Gerhard Polt und die Medien

Ein Gespräch über Satire mit Kabarettistin und Literaturwissenschaftlerin Claudia Pichler

„Man spricht Deutsch“, „Longline“, „Fast wia im richtigen Leben“ – Seit mehr als 40 Jahren bereichert und prägt Gerhard Polt die deutsche Humorlandschaft. Literaturwissenschaftlerin und Kabarettistin Claudia Pichler beschäftigte sich als „POLTologin“ in ihrer Dissertation mit dem Werk des großen bayerischen Satirikers, mit seinem künstlerischen Werdegang, seiner wirkmächtigen Bühnenpräsenz und mit seinem satirischen Konzept.

Durch Film und Fernsehen erlangte Gerhard Polt große Bekanntheit, dennoch ist sein Verhältnis zu diesen Medien ambivalent. Auf eine Zensur durch eine ZDF-Redaktion reagierte er 1981 beispielsweise sehr kreativ, indem er einen weiteren Live-Auftritt bei dem Sender nutzte, um wertvolle Sendeminuten lang einfach „nix“ zu sagen. Szenen wie „Mai Ling“, die Präsentation einer gekauften asiatischen Ehefrau durch den biederen Kleinbürger, führen regelmäßig zu Missverständnissen, Entrüstung und Wutbriefen.

Die Frage, was Satire darf, ist so alt wie die Schreibart selbst. Ihre Darstellung in den Medien führt häufig zu Debatten in der Gesellschaft. Eine Diskussion anhand Beispielen aus Polts Medienkarriere, aber auch mit aktuellen Bezügen, zeigt, wie die Grenzen von Humor und Satire in den Medien immer wieder neu verhandelt werden.

Talk

Dr. Claudia Pichler

Kabarettistin, POLTologin, Podcasterin
 

Moderation

Michael Praetorius

Geschäftsführer, NOEO

Deutsch