Die Lehren aus dem Terroranschlag von Halle:

Wie das Netz die Radikalisierung beschleunigt

In Halle hat ein Terrorist zwei Menschen erschossen. Wir müssen offensichtlich über Rechtsextremismus und Antisemitismus reden – aber auch über die Rolle des Internets und einen bestimmten Teil der Gaming-Community. Weder Netz noch Videospiele sind schuld, dass Extremisten morden. Doch abgeschlossene Diskussionsräume tragen dazu bei, dass sich Menschen radikalisieren.

Terroranschläge wie Christchurch, El Paso und Halle zeigen: Junge, weiße Männer vernetzen sich in Online-Foren und bestärken sich in ihrem Hass auf Frauen, Ausländer und Juden. Unter dem Deckmantel radikaler Redefreiheit wandeln die Nutzer auf der Grenze zwischen anarchischem Humor und offener Menschenverachtung. Memes werden zu Mordaufrufen, aus sarkastischen Insider-Witzen wird purer Hass, der in Gewalt mündet.

Was es nicht braucht: neue Debatten über vermeintliche Killerspiele oder mehr Online-Überwachung. Was es braucht: eine differenzierte Diskussion über Chan-Kultur und die Gamifizierung von Terror und Gewalt.

Talk

Simon Hurtz

Autor Digital-Team, Süddeutsche Zeitung

Moderation

Katarina Schickling

Journalistin, Autorin

Deutsch