„Alexa, bestell mir bitte eine Pizza.”
28. September 2018
Süddeutsche Zeitung als Medienpartner der MEDIENTAGE 2018
9. Oktober 2018

MTM go Arts

Kooperation der Medientage München mit der Kunsthalle München

Die Kunst ist ein Werkzeug, um Grenzen zur Zukunft zu überwinden und um abstrakte Zukunftsvisionen schon im Jetzt greifbar zu machen – so die Definition des Science Fiction-Autors und Tech Art-Kurators Bruce Sterling. Zukunftsforscher und Technologieexperten verweisen heute, in Zeiten von immersiven Medien, KI und IoT, immer häufiger auf die Kunst: Für den, der wirklich verstehen will, wie diese Technologien Leben und Gesellschaft mittelfristig verändern, ist der Blick auf die künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Themen ein Muss. Denn die Kunst agiert freier und kompromissloser und bringt, wenn sie mit neuen Technologien und Medienformaten spielt, oft früher und deutlicher auf den Punkt, was sie für unsere Wahrnehmung und unser Leben bedeuten.

Das allein wäre schon Anlass genug, für eine Kooperation der MEDIENTAGE und der Kunsthalle München. Hinzu kommt, dass beide Häuser in diesem Herbst einer der großen medialen Innovationen, den Immersiven Medien, besonderen Raum geben.

So hat sich auf den MEDIENTAGEN die Immersive Media Area im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Dort können Besucher in die Welt der Extended Reality (XR) eintauchen und  Virtual, Augmented und Mixed Reality-Formate erleben, die neue Ansätze der journalistischen Berichterstattung und filmischen Darstellung zeigen. Dazu gehören z. B. das Documentary „Brave New Realities“ von Julia Leeb, der arte VR-Vierteiler „Jerusalem: Glaube·Liebe·Hoffnung·Angst“ von Dani Levy oder die vierdimensionale, mit allen Sinnen erfahrbare Experience zum historischen Tagebau des WDR.

Aber auch XR-Anwendungen aus anderen Industrien können direkt ausprobiert werden, wie z. B. die VR-Brandjourney eines regionalen und nachhaltigen Luxusmöbelherstellers oder medizinisch-psychologische VR-Formate, die sich über Gehirnsensoren steuern lassen und sich stress- und depressionslindernd auswirken. Und mit der Vive Pro können die Besucher ein virtuelles Hotelzimmer begehen, in dem Design und Materialien so realistisch dargestellt werden, dass XR den in der Architekturbranche üblichen Modellbau ersetzen kann. XR-Devices und -Technologien sind heute schon dabei, die Schwelle zur perfekten Imitation der Realität zu überschreiten.

So erstaunt es nicht, dass die Kunsthalle VR-Experiences als wichtigen Teil und aktuellen Endpunkt einer 4000jährigen Zeitreise durch den Umgang mit Schein und Illlusion in der Kunst präsentiert. Mit der Ausstellung „Lust der Täuschung“ zeigt sie bis zum 13. Januar 2019, wie Künstler über alle Epochen hinweg danach strebten, künstliche Realitäten zu erschaffen. Ihre Ziele waren dabei immer ähnlich: Sie wollten den Betrachter von politischen oder religiösen Botschaften überzeugen, Dinge besser und schöner erscheinen lassen als in Echt oder einfach nur verblüffen und amüsieren. Denn der Mensch liebt das Spiel mit der Täuschung und das Staunen über die Enthüllung der Wahrheit.

XR-interessierte Besucher können in der Ausstellung z. B. mit „Richie’s Plank Experience“ an die Grenzen ihrer Höhenangst gehen, wenn sie sich bei dem VR-Spiel des Entwicklerstudios Toast auf einem Holzbrett aus dem Fenster eines Wolkenkratzers wagen. Oder sie fliegen durch die Räume des „Chalkroom“ von Laurie Anderson und verewigen sich mit Kreide an seinen Wänden. Auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2018 wurde er als Beste VR-Experience prämiert.

MEDIENTAGE-Besucher erhalten gegen die Vorlage eines Kongresstickets in der Kunsthalle (Fünf Höfe in der Münchner Innenstadt) 50 Prozent Ermäßigung auf den regulären Eintrittspreis. Mehr Infos zur Ausstellung finden Sie auch unter www.kunsthalle-muc.de.

Speaker und VIPs der Medientage können sich zudem für eine exklusive Führung durch eine der Kuratorinnen am Samstag, den 27. Oktober (11.45 bis 13.15 Uhr) anmelden. Die Führung ist auf 20 Teilnehmer limitiert.

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