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Das neue Fernsehen

New_TV CC0 Creative Commons

Das neue Fernsehen – wie drastisch sich die Fernsehwelt verändert

Auf den ersten Blick tut sich da nicht viel: Die täglich Fernsehdauer ist seit Jahren stabil bei etwa 220 Minuten, Kabel und Satellit sind nahezu gleichauf die wichtigsten Übertragungswege, ja das Signal kommt jetzt digital. Aber sonst? Was macht die digitale Transformation aus dem Fernsehen?

Bei genauerer Betrachtung wird klar, dass hinter der vermeintlich stabilen „alten TV-Welt“ das neue Fernsehen schon entstanden ist. Einige Beobachtungen:

  1. Fernsehen kommt aus dem Netz: Bereits 50,1 Prozent der Haushalte verfügen über „Connected TV“; der Verbreitungsweg Internet liegt damit am TV-Gerät vor Kabel oder Satellit.
  2. On Demand ist das neue linear: VoD ist der neue Standard: Die 14-29-jährigen schauen bereits fast die Hälfte ihrer Fernsehzeit nonlinear; bei den 30-49-jährigen sind es schon 20 Prozent.
  3. New Kids on TV: YouTube ist das am häufigsten genutzte VoD Angebot: Es folgen neben den Mediatheken der TV-Sender: Amazon, Netflix, iTunes, Maxdome
  4. Streaming wird Fernsehen: Streaming-Angebote wandern auf den TV-Screen; Apps und Set-top-Boxen befreien die Streams von PC und Laptop. Sport- und eSports-Channel sind die Treiber; Dazn, Twitch oder Eurosport die Player.
  5. First Screen Smartphone: Für die 14-49-jährigen ist das Smartphone das wichtigste Bildschirmgerät, aber Bewegtbildinhalte schauen sogar ein Drittel der 14-29-jährigen lieber auf dem großen Schirm: Gut, dass das Handy den Fernsehbildschirm steuert. Auch neue Angebote wie der Streaming-Aggregator waipu.tv sehen hier ihre Chance.
  6. Teleshopping reloaded: Da es zwischen Fernsehschauen und Online-Bestellvorgang keinen Medienbruch mehr gibt, funktioniert es nun, aus dem Bewegtbild direkte Transaktionen zu starten. Erste Tests gibt es schon mit Amazon.
  7. Zielgruppen- statt Umfeld-Werbung: Mit Addressable-TV zählen Wetter, Region, Bildung, Einkommen, Alter, Geschlecht; das Ziel: Personalisierte Werbeausstrahlungen. Fernsehen wird immer mehr zum „individualisierten“ Massenmedium.

(Quelle: Digitalisierungsbericht 2017 der Medienanstalten)

Wie schnell sich der Fernsehmarkt verschiebt, welche Rolle neue Distributionsmöglichkeiten und Plattformen spielen, welche Chancen sich für Content, Werbung und Marketing ergeben, wurde beim MEDIENTAGE Special „Primetime anytime – The Future of Connected TV“ am 26. April in München diskutiert.

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